Nepalesische Großstädte – Kathmandu und Pokhara

Liebe Mitreisende,
danke für euer Lob! Wir freuen uns, dass ihr unsere Beiträge lest und mögt 🙂 Um das Lesen etwas interessanter zu machen, haben wir uns überlegt, die Inhalte nicht nur chronologisch zu sortieren sondern die Beiträge nach Themen zusammenzufassen. So gibt es jetzt zum Beispiel einen kurzen Beitrag über die beiden großen Städte in Nepal (Kathmandu und Pokhara) und danach einen Bericht über unsere zwei Trekkingtouren. Was haltet ihr davon??

Kathmandu (975.000 Einwohner)
Wir sind seit dem 4. Juni in Nepal und haben hier unseren ersten Kulturschock erlitten…
Schon während der Taxifahrt vom Flughafen ins Zetrum realisieren wir, dass hier alles ziemlich anders ist: es herrscht Linksverkehr, den man aber kaum bemerkt, da jeder da fährt, wo Platz ist. Die alten Busse verblasen so üble Abgase, dass uns Peking im Nachhinein wie ein Luftkurort vorkommt. Weiter im Zentrum werden die Straßen enger, die Luft etwas genießbarer, aber der Verkehr immer verrückter: durch die Gassen schieben sich Motorräder, Fahrräder beladen mit Schrankwänden, Rikschas und Menschen mit Kühlschränken und Säcken auf dem Rücken; auf dem Boden sitzen Frauen und Kinder, die Gemüse, Obst, Getreide, Gewürze, Hygieneartikel und überhaupt alles verkaufen. Es herrscht ein buntes Chaos, was uns zu Beginn leicht überfordert.
In der Annapurna Lodge gibt uns ein junger Nepali, den wir bei seinem Nickerchen hinter der Rezeption stören, ein Zimmer für weniger als 4€ pro Nacht. Die Lodge liegt in der Freakstreet, dem Viertel in dem sich vor einigen Jahrzehnten die Hippies, die über den Hippietrail nach Nepal gekommen waren, niederließen – ein paar Hängengebliebene kann man hier heute noch sehen 😉 Am Abend genießen wir unser erstes Nepali Essen: Momos – eigentlich tibetisch – (Teigtaschen mit Kartoffel-Käse-Füllung) und Dal Bhat (Reis, Linsen, Curry, Joghurt, Parati), das Gericht, was die Nepalis zweimal am Tag essen. In den nächsten Tagen erkunden wir den nahe gelegenen Durbar Platz mit seinen Pagoden und dem angrenzenden Königspalast sowie den zentralen Touribezirk Thamel. Wir sind überrascht hier alles zu finden, was in Europa in den typischen “Alternativläden” (Dresden Neustadt, Wien Neubaugasse) zu haben ist: alle Arten von Leinen- und Sackhosen (die wir bei der Hitze hier auch sehr zu schätzen wissen), bunte Schlapperklamotten, Tücher, Schmuck und viele, viele Filzprodukte -natürlich alles für ein Zehntel vom Preis, der bei uns verlangt wird. Außer Klamottenläden gibt es noch jede Menge Agenturen, die Wanderführer und Rucksackträger vermitteln, und Händler von Trekkingausrüstung. Zwar gibt es keine Originalware, aber dafür ist es günstig und für die paar Wochen in den Bergen ausreichend. So kauft sich Robert eine “Mammut“-Regenjacke für 23€ und wie auf Kommando setzt ein heftiger Monsunregen ein, nachdem wir das Geschäft verlassen. Die Gassen verwandeln sich schlagartig in Flüsse und die Verkäufer schaufeln mit kleinen Eimern das Wasser aus ihren Läden. Zum Glück ist so ein Regenguß hier aber auch schnell wieder vorbei. Außer dem Zentrum besuchen wir noch die auf einem Hügel gelegene Shoyambhunath Stupa – auch Affentempel genannt. Wie in der ganzen Stadt sehen wir auch hier viele Hindus bei ihrem morgendlichen “Puja”-Ritual. Dabei werden Lebensmittel (hauptsächlich Reis) und Blumen geopfert, Glocken geläutet, gesungen und die Gläubigen bekommen den Bindi, den markanten roten Punkt, auf die Stirn.
Trotz der Faszination, die diese Stadt auf uns ausübt, sind wir froh, sie wieder zu verlassen. Der Lärm und das ständige Gedränge sind doch etwas viel für uns. Allerdings werden wir Ende des Monats noch einmal für ein paar Tage herkommen und dann von hier nach Bangkok fliegen.

Pokhara (255.000 Einwohner)
Nach 1 Woche Trekking in Langtang fahren wir nach Pokhara. Pokhara ist die zweitgrößte Stadt Nepals, liegt 200km westlich von Kathmandu und ist um einiges regenreicher als die Hauptstadt. Das Stadtzentrum von Pokhara liegt ca. 1 km östlich vom Fewasee und ist um einiges ruhiger als Kathmandu. Als Besucher kommt man aber so gut wie nie in die eigentliche Stadt, denn das Touristenviertel ist ein eigener Bezirk dirket am See und wirkt wie eine eigene kleine Stadt. Hier gibt es alles, was man für ein entspanntes Hang-out braucht: viele billige Unterkünfte mit Seeblick, kleine Supermärkte, günstige aber gute Restaurants, Bars und einige Bootsverleihe. Wir haben uns mit einigen anderen Reisenden hier angefreundet und es genossen mal wieder gemeinsam auszugehen. Man trifft hier auch sehr viele Aussteiger, die die meiste Zeit in Indien leben und die Zeit bis zum Erhalt eines neuen Visums in Nepal verbringen.
Wir leben während unseres Aufenthalts in Pokhara in der Banana Garden Lodge, einem kleineren, von einer netten Familie geführten Hostel mit einem bunten exotischen Garten, in dem man beim Nichtstun super Schmetterlinge, Libellen, Geckos, bunte Eidechsen und Vögel beobachten kann. Es ist unglaublich, wie faul dieser Ort uns macht. Schon nach ein paar Tagen , an denen die Hauptaktivitäten aus Frühstücken, Mittag und Abend essen gehen bestehen, ist es extrem schwer sich für einen Ausflug oder Ähnliches zu motivieren. Uns tut diese Ruhe echt gut, nachdem wir in den letzten Monaten ohnen längere Pausen unterwegs waren.
Wir haben hier die Gelegenheit genutzt und eine Tag Yoga- und Meditationskurs gemacht. Das war eine wirklich gute Erfahrung. Früh um 7 Uhr haben wir uns mit dem Jala Neti (Nasenspülung) gereinigt und wurden dann vom Guru (hihihi) einige Yogapositionen und Atemtechniken gelehrt. Neben Yoga gehörten Entspannungsübungen (bei denen wir unerlaubterweise ein paar mal eingedöst sind) und eine Einführung in Meditation zum Programm. Es war ein wirklich angenehmer Tag und wir machen jetzt jeden Morgen ein paar Übungen 🙂
Pokhara ist außerdem ein guter Ausgangsort für Wanderungen im Annapurna Nationalpark – der Bericht dazu kommt bald im nächsten Beitrag 🙂

Hier gibt’s wie immer alle Fotos:

Kathmandu-Pokhara / Google Photos

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